KOBLENZ. Immer und überall verfügbar: Was hierzulande für die Nutzung von Trinkwasser selbstverständlich erscheint, erweist sich in anderen Teilen der Welt als Privileg. Eine sichere Trinkwasserversorgung ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Gesellschaft, auch im nördlichen Rheinland-Pfalz. Anlässlich des Weltwassertags am 22. März lenkt die Energieversorgung Mittelrhein (evm) die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Ressource Wasser in unserer Region. Als Betriebsführerin der Vereinigte Wasserwerke Mittelrhein (VWM) ist sie für die Trinkwasserversorgung in Koblenz, der Verbandsgemeinde Vallendar und in Lahnstein verantwortlich. „Es ist, auch in Industrieländern, nicht selbstverständlich, dass sauberes Trinkwasser aus den Leitungen kommt“, erläutert Mithun Basu, der im evm-Vorstand für die Wasserversorgung verantwortlich ist. „Deswegen investieren wir stetig in unsere Trinkwasserversorgung – so etwa auch beim Bau des Rheindükers von Koblenz-Wallersheim über die Insel Niederwerth nach Vallendar.“
Arbeiten an neuer Trinkwasserleitung abgeschlossen
Gerade vor wenigen Tagen durfte die evm einen erfreulichen Meilenstein feiern: Die Arbeiten an dem sogenannten Düker, einer Trinkwasserleitung, die die Insel Niederwerth mit Vallendar verbindet, sind nun abgeschlossen. Das 180 Meter lange Rohrsystem wurde dabei unter dem Rhein hindurchgeführt und wird nun in das bestehende Rohrsystem der B42 eingebunden. Doch nicht nur das: Das Projekt stellt die Voraussetzung einer weiteren wichtigen Maßnahme zur Sicherung einer resilienten Trinkwasserversorgung im Westerwald dar.
Wasserlieferungsvertrag sichert Trinkwasserversorgung im Westerwald
Gemeinsam mit vier Verbandsgemeinden aus dem Westerwald wurde vor kurzem ein Wasserlieferungsvertrag unterzeichnet, der es den Verbandsgemeinden Höhr-Grenzhausen, Wirges, Ransbach-Baumbach und Montabaur ermöglicht, bis zu 600.000 Kubikmeter Wasser von der VWM zu beziehen, deren Betriebsführung die evm innehat. „So können wir einen wertvollen Beitrag für eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung im nördlichen Rheinland-Pfalz leisten“, erläutert Mithun Basu weiter. Gerade in heißen, trockenen Sommermonaten war es in den Verbandsgemeinden bisher zu Engpässen gekommen.
Im Gegensatz zu anderen Wasserwerken, die über Talsperren gespeist werden, verarbeitet das Koblenzer Wasserwerk auf dem Oberwerth Uferfiltrat aus dem Rhein. Wasser steht dort auch in langen Trockenperioden zur Verfügung und auch dann, wenn der Rhein Niedrigwasser führt. „Der Klimawandel und seine Folgen führen uns vor Augen, dass es wichtig ist, Vorsorge zu treffen. Genau das möchten wir mit dem Wasserlieferungsvertrag für die Westerwälder Verbandsgemeinden gewährleisten “, erklärt Wolfgang Kochhan, Bereichsleiter Wasserwirtschaft bei der evm.
Um das Wasser von Vallendar nach Höhr-Grenzhausen zu befördern, werden in den kommenden Jahren eine zehn Kilometer lange Druckleitung sowie ein neues Pumpwerk am Ortsausgang von Vallendar gebaut. Da die aktuellen Leitungen zu klein sind, um Höhr-Grenzhausen und die umliegenden Verbandsgemeinden zuverlässig versorgen zu können, werden in einem ersten Schritt neue Leitungen in Richtung des neuen Pumpwerks am Ortsausgang verlegt. „Die ersten Planungen zum Bau der Leitungen und des neuen Pumpwerks haben bereits begonnen“, berichtet Wolfgang Kochhan. „Wir gehen davon aus, schon im nächsten Jahr mit den Arbeiten starten zu können, um die Trinkwasserversorgung der Region noch zuverlässiger zu machen.“